Aufsteiger Osterhofen gewinnt beim ASV Cham

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ASV Cham – Osterhofen 0:2 (0:1)

0:1 Alexander Heindl (23. Minute), 0:2 Markus Tippelt (85.)

Cham: Lengsfeld – Kowalski, Christoph (75. Holler), Drexler, Kopp (68. Peterik), Lohmer, Engl, Ranzinger, Ederer (28. Wich), Bierlmeier, Wendl
Osterhofen: Zellner – Holler, Mandl, A. Heindl (62. M. Heindl), Gigliola, Filiz (72. M. Tippelt), Kölbl, Saller, Lohberger (77. Helldobler), Huber, Moosmüller
Schiedsrichter: Daniel Weiderer (FC Rinchnach)
Zuschauer: 250

Der Aufsteiger aus Osterhofen überrascht einmal mehr und entführt beim hohen Favoriten ASV Cham mit einem 2:0-Erfolg drei Punkte! Und das nach einer engagierten, läuferisch überragenden Leistung auch völlig zurecht. Trainer Martin Oslislo überglücklich: „Wir haben uns eine Chance ausgerechnet, vielleicht mit einem Punkt nach Hause zu gehen. Aber das es so läuft ist natürlich überragend.“

Bis auf Andreas Stadler (Aufbautraining nach Rippenbruch) konnten das Osterhofener Spielertrainer-Duo Andreas Kölbl und Martin Oslislo aus dem Vollen schöpfen. Gegenüber den erfolgreichen Waldkirchen-Spiel nahmen die Übungsleiter nur zwei Umstellungen vor. Markus Huber erlangte unter der Woche wieder hundertprozentige Fitness und spielte von Beginn an. Auch Angreifer Stefano Gigliola kam wieder von Anfang zum Zuge. Die Gastgeber aus der Oberpfalz-Metropole gehen hingegen personell am Stock. Doch Trainer Uwe Mißlinger kann auf einen großen, qualitativ hochwertigen Kader zurückgreifen und stellte auch gegen die Herzogstädter eine schlagkräftige Truppe auf den Chamer Stadionrasen.

Und die Platzhirschen legten gleich los wie die Feuerwehr und setzten die Osterhofener Verteidigung mächtig unter Druck. Die Chamer gefielen durch Pressing und direktes Kombinationsspiel. Vor allem der quirlige Daniel Engl sorgte in der Anfangsphase über die linke Chamer Angriffsseite für Wirbel. Die Osterhofener zeigten den Chamer Technikern jedoch bald wie man in der Fremde bestehen kann und hielt mit Robustheit entgegen. Der Neuling hat mittlerweile gelernt, dass es mit „Hacke ,Spitze, 1 2 3“ in der Landesliga nichts zu gewinnen gibt. Trainer Oslislo sieht es ähnlich: „Wir haben in den ersten Spielen Lehrgeld bezahlt. Kleine Fehler wurden sofort bestraft und wir sind mit einer Niederlage oder einem Punkt aus dem Spiel gegangen. Seit 4 Spielen läuft es viel besser und wir haben momentan eine gewisse Euphorie in der Truppe. Jetzt müssen wir nachlegen!“ So wurde jedem auf der Chamer Kommandobrücke schnell bewusst, dass es gegen den Gast aus Niederbayern kein leichter Gang werden wird. Nicht nur dass mit einer gesunden Härte die Zweikämpfe geführt wurden, sondern auch durch schnelles Umschaltspiel wussten die Osterhofener wo der Schlüssel zum Erfolg gefunden werden kann. Bereits in der 5. Minute kam nach einen gewonnen Offensivzweikampf durch Stefano Gigliola Kapitän Mehmet Filiz zum Abschluss, der jedoch knapp das Tor verfehlte. Die Hausherren waren zwar ständig am Drücker, doch so richtig gute Tormöglichkeiten ließ die um Abwehrchef Sepp Holler bestens organisierte Osterhofener Defensive nicht zu. In der 23. Minute wurde die Chamer Überlegenheit durch ein Gegentor jäh beendet. Roland Moosmüller eroberte im Mittelfeld den Ball gegen den Chamer Mittelfeldstrategen Christian Ederer und leitete einen Konter über die rechte Angriffsseite ein. Über Markus Huber und Stefan Lohberger gelangte der Ball zu Alexander Heindl der mit einem präzisen, strammen Linksschuss aus ca. 20 Metern unhaltbar für Andreas Lengsfeld ins rechte untere Toreck das 0:1 besorgte. Begleitet wurde der Treffer durch vehementes Reklamieren des gesamten Chamer Anhangs, der die Aktion die zum Konter führte als Unfair betrachtete. Moosmüller führte den Zweikampf gegen Ederer, der danach unbemerkt am Boden liegen blieb, hart. Daraufhin musste der Chamer verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Dieser Wechsel verursachte einen Bruch im Spiel der Hausherren und Osterhofen übernahm die Kontrolle über die Begegnung. In der 35. Minute kam erneut Mehmet Filiz aussichtsreich zum Zug. Aber auch diesmal setzte Filiz die Kugel neben das Gehäuse. Aufgrund der besseren Chancen ging die Halbzeitführung in Ordnung. Im zweiten Abschnitt hielten die Hausherren das Tempo weiter hoch, konnten aber bei weitem nicht mehr den Druck, den sie am Anfang auf die Osterhofener Viererkette ausübten, erzeugen. In der 53. Minute hatte Osterhofen bei einer äußerst heiklen Situation im Strafraum Glück. Dabei klärte Osterhofens Keeper Philipp Zellner gegen Daniel Christoph mit getrecktem Bein. Der Osterhofener traf zwar nur den Ball, aber es gibt nicht wenige Schiedsrichter die bei einer solchen Aktion auf den Punkt zeigen. Dementsprechend aufgebracht zeigten sich die Chamer Akteure. Allen voran Daniel Engl und Christian Ranzinger die durch ihr vehementes Gestikulieren und Schimpfen mit „Gelb“ verwarnt wurden. Im Laufe der zweiten Halbzeit biss sich Cham immer mehr die Zähne am dichten Osterhofener Mittelfeld aus. In der 70. Minute dann die größte Möglichkeit für die Gastgeber die Partie nochmal kippen zu können. Dabei nahm Johannes Bielmeier einen abgewehrten Ball aus ca. 16 Metern halblinker Position direkt und verfehlte nur um Haaresbreite das rechte untere Toreck! Jetzt mobilisierte Cham die letzten Kraftreserven und drängte die Gäste in ihre eigene Hälft zurück. Osterhofen blieb aber immer gefährlich und hoffte auf Konter! 10 Minute vor dem Ende waren die Hausherren an dem Punkt angekommen wo sie nicht mehr zulegen konnten. Prompt ließen sie Konterchancen zu. In der 82. Minute vergab Markus Huber einer dieser Gelegenheiten. Viel besser machten es die Gäste dann in der 85. Minute als nach Ballverlust der Chamer über die rechte Angriffsseite die Post ab ging. Der nimmermüde Stefano Gigliola sah Markus Huber, der wiederum ließ mit einer Körpertäuschung seinen Gegenspieler stehen und servierte den Ball im Stile eines Thomas Müller den mitgelaufenen Markus Tippelt, der unwiderstehlich vollstreckte. Der verdiente Siegtreffer und die Entscheidung in diesem intensiven, hochklassigen Langesligaspiel! Oslislo: „Wir arbeiten mächtig gegen den Ball. Das ist natürlich sehr kräftezehrend und laufintensiv. Cham hatte mehr vom Spiel gehabt, aber so eine Mannschaft kann man nicht 90 Minuten aus dem Spiel nehmen. Zum Schluß wars auch von den Chancen her, ein verdienter Sieg.“. ASV-Trainer Uwe Mißlinger schloss sich den Worten seines Vorredners im Großen und Ganzen an: „Letztendlich hat Osterhofen gut gegen den Ball gearbeitet. Wir hatten natürlich mehr Spielanteile gehabt, haben es jedoch nicht geschafft zwingende Chancen herauszuspielen. Ich mache jedoch der Mannschaft keinen Vorwurf, aufgrund der vielen Ausfälle. Nach dem unglücklichen Rückstand ist es gegen eine Mannschaft die tief steht und gut verteidigt sehr schwer. In der Pause habe ich versucht die Truppe wieder aufzupäppeln aber man hat meiner Mannschaft angemerkt dass nach dem Ausfall von Christian Ederer der Glaube gefehlt hat, heute noch was zu reissen!“