Endlich!!! Osterhofen siegt in Gergweis!

webDie Fußballer der Spvgg Osterhofen wurden ihrer Favoritenrolle beim Gastspiel am Samstag in Gergweis vollauf gerecht und landeten einen hochverdienten 3:0-Derbysieg. Allerdings waren die drei Punkte für den Tabellenführer der Bezirksliga Ost erst in den Schlussminuten (89./92.) sicher „im Sack“, weil der gut leitende Regionalliga-Schiedsrichter Andreas Hartl (Spvgg Hacklberg) die Treffer von Andreas Stadler (59.) und David Duraj (67.) wegen Foulspiel nicht anerkannte. Nach dem Schlusspfiff sah der Gergweiser Raimund Knogler wegen Schiri-Beleidigung die rote Karte.

Die Voraussetzungen hätten am spätsommerlich-warmen Samstag für das Stadt-Derby nicht besser sein können: Nach und nach fanden sich auf der herrlichen Sportanlage des FC Gergweis etwa 700 Zuschauer ein. Das Derby war gerade mal vier Minuten alt, als Stephan Keidel seinen Stürmerkollegen Michael Müller mit einem Zuckerpass in Richtung Gästetor bediente. Der Gergweiser Flügelflitzer kam jedoch einen Schritt zu spät, so dass Keeper Philipp Zellner diese brenzlige Situation klären konnte. „Aufwachen, Freunde“, war aus der Dreier-Abwehrkette der Spvgg Osterhofen zu hören – und von nun an sollte der Gäste-Schlussmann für eine halbe Stunde Pause haben, weil seine Vorderleute nichts mehr anbrennen ließen. Schrecksekunde in der 9. Minute, als ausgerechnet Spielertrainer Tobias Gschwendtner („durch mein blödes Foul“) den Gästen einen Foulelfmeter bescherte. Die Abwehrattacke gegen Markus Huber wurde mit dem Elfmeterpfiff bestraft: Markus Tippelt verwandelte sicher zum 0:1.

Der FC Gergweis mauerte sich mit zwei Vierer-Ketten hinten ein und versuchte überfallartig in die Nähe des Osterhofener Strafraumes zu kommen. Es blieb beim Versuch: So sehr sich Stephan Keidel, Michael Schefszik und Michael Müller auch mühen – an den Abwehrrecken Andreas Stadler, Josef Holler und Stefan Mandl gab es kein Vorbeikommen. Immer wieder kurbelten Martin Oslislo, Spielertrainer Andreas Kölbl und Markus Tippelt das Kombinationsspiel der Gäste an, während Stefan Lohberger und David Duraj mit ihrer Ballfertigkeit für brenzlige Situationen sorgten, aber in einigen Passagen zu ballverliebt waren.

Die Gergweiser gehorchten den Anweisungen ihres Trainer-Duos Tobias Gschwendtner und Norbert Stadler (verletzt auf der Bank), der „Marschrichtung hinten drin zu stehen“ (Gschwendtner), und kassierten in der 22. Minute die erste (drei für Gergweis, eine für Markus Tippelt nach einem Revanchefoul) gelbe Karte, als Michael Schefszik auf Höhe der Mittellinie Markus Tippelt in die Hacken fuhr. Letzterer erholte sich schnell und prüfte in der 30. Minute mit einer „Granate“ aus 30 Metern Schlussmann Christian Schneider. Irgendwie schien dieser Kracher von Tippelt die Gergweiser etwas wachgerüttelt zu haben, denn Michael Müllers Geschoss von der Strafraumgrenze parierte Philipp Zellner mit Bravour. Auch Andreas Kölbl versuchte es aus weiter Entfernung. Sein Ball wurde gerade noch zu einer Ecke abgefälscht.

Auch bei Wiederanpfiff dasselbe Bild: Gergweis lauerte auf Konter, Osterhofen drängte auf das wichtige 2:0. Die Herzogstädter besannen sich auf ihr Kombinationsspiel. Anschauungsunterricht liefern Andreas Stadler, Martin Oslislo und Stefan Lohberger – Endstation war allerdings wieder beim aufmerksamen Christian Schneider. Als Stadler in der 59. Minute zum 0:2 einköpfte, schien der Bann gebrochen – aber SR Hartl wollte ein Foulspiel gesehen haben und winkte ab. Die Gergweiser witterten Morgenluft: Einen ersten Warnschuss setzte Stefan Seidl (60.), der sein Ziel knapp verfehlte. Fünf Minuten später war die Gästeabwehr bei einem weiteren Konter offen wie ein Scheunentor, aber Stephan Keidel scheiterte am sicheren Philipp Zellner.

Wann fällt das 0:2, oder gibt es gar ein 1:1? Die Frage schien in der 67. Minute beantwortet, als David Duraj eine Musterflanke schulmäßig ins Netz köpfte. Aber auch hier winkte der Unparteiische ab. Der Osterhofener soll sich aufgestützt haben. Das Derby lebte von der Spannung. Osterhofen konnte sein gefürchtetes Kombinationsspiel aufziehen, aber Markus Huber schob die Kugel knapp am Pfosten vorbei. Gergweis gab in der 82. Minute ein letztes Lebenszeichen als Alexander Weber mit einem Freistoß TM Philipp Zellner prüfte. Das war’s, Osterhofen nutzte den erlahmenden Widerstand der Gastgeber durch zwei weitere Treffer, die Markus Huber (89.) und David Duraj (92.) erzielen.

Entschuldigung von Tobi Gschwendtner Spielertrainer Andreas Kölbl und Abteilungsleiter Paul Groß von der Spvgg Osterhofen waren sich einig, dass es „ein völlig verdienter Sieg war. Wir hätten nur das 2:0 früher machen müssen“, dann wäre „der Käse gegessen gewesen. Deswegen haben wir ein wenig länger zittern müssen“, so Groß. FC-Trainer Tobias Gschwendtner entschuldigte sich bei seinen Kameraden und den Fans „für mein blödes Foul“, das zum 0:1 geführt hatte. „Damit war unsere Marschrichtung, hinten drin zu stehen, dahin. Daraufhin ist meine Mannschaft etwas eingebrochen. In der zweiten Halbzeit sind wir wieder besser ins Spiel gekommen. Mit der Abwehrleistung bin ich zufrieden, weil wir wenig zugelassen haben. Insgesamt hat Osterhofen verdient gewonnen.“

von Reinhold Baier (pnp)

FC Gergweis: Schneider, Hartmann, Knogler, Gschwendtner, Kogler, Seidl, Böhm, Müller, Weber, Schefszik, Keidel (76. Biering).

Spvgg Osterhofen: Zellner – Holler, Mandl (57. Chr. Tippelt), Oslislo, Stadler, Duraj, Filiz, Kölbl, Lohberger (80. Scheungraber), M. Tippelt (83. Gigliola), Huber.

SR Andreas Hartl (Spvgg Hacklberg) – 700 Zuschauer.

Tore: 0:1 Markus Tippelt (9./FE), 0:2 Markus Huber (89.), 0:3 David Duraj (92.).

Rot: Raimund Knogler (FCG/92.).